Was berufliche Erfüllung bedeutet - und was nicht

 
Was bedeutet berufliche Erfüllung? 3 Punkte, die dazu wichtig sind
 

Was stellst du dir vor, wenn du das Wort “berufliche Erfüllung” hörst?

Denkst du dann an Freiheit und Unabhängigkeit? Daran nur noch zu tun, was du liebst und was dir leicht fällt? Oder denkst du vielleicht daran, dass es für jeden von uns auf dieser Welt diese eine Sache gibt, für die wir bestimmt sind?

Berufliche Erfüllung oder die Berufung finden sind große Begriffe und für viele Menschen das, wonach sie ein Leben lang suchen. Und es irgendwann vielleicht aufgeben, weil man ja irgendwie weiter machen muss.

Ich habe selbst lange auf meine berufliche Erleuchtung gewartet  - und was soll ich dir sagen? 💡

Sie kam vollkommen anders, als ich gedacht habe. Zum Glück, denn so hat sie mich auf den Weg gebracht, darüber zu sprechen und dir zu zeigen, wie wichtig es ist, sich damit zu beschäftigen.

Unser Berufsleben, unsere Jobs, bestimmen oft unser Leben.

In den meisten Fällen sogar den Hauptteil unseres Tages. Für viele Menschen ist eine 40-50 Stunden Woche die Regel. 8-10 Stunden am Tag und abends oder am Wochenende ein wenig Freizeit, um dann am Montag wieder voll präsent zu sein (oder den Job überhaupt ertragen zu können). Rund um die Uhr beschäftigen wir uns mit unseren beruflichen Themen und sind mit den damit verbundenen Aufgaben umgeben. 

Kein Wunder, dass eine Unzufriedenheit im Job, der so viel Lebenszeit ausmacht, auch ernste gesundheitliche Auswirkungen haben kann. Und sich am Ende eben auch auf unser Privatleben auswirkt. 👀

Und umso wichtiger, dass wir uns regelmäßig damit beschäftigen, ob wir unsere Zeit tatsächlich auch so verbringen wollen. 

Rund um den Begriff der beruflichen Erfüllung ranken einige Mythen, die dafür sorgen, dass wir bei dem Gedanken daran direkt schon abwinken. 

Damit räumen wir hier auf. In diesem Artikel geht es darum:

  • Was berufliche Erfüllung NICHT bedeutet

  • Was es stattdessen bedeutet

  • Wie du dir über deine Berufung klarer werden kannst

Die eigene Berufung kann ich nur in einer Selbstständigkeit finden

Ja, das ist ein Mythos. Und das sage ich, obwohl ich selbstständig bin ( und es liebe 😊). Aber das ist nicht unbedingt das, was jeden beruflich erfüllt und ist dafür auch gar nicht nötig.

Ich lese und sehe gerade in den sozialen Medien immer wieder, dass der Traum vom unabhängigen Online-Business und arbeiten aus dem Van oder auf Bali am Strand absolute #lifegoals sind. Und es wird suggeriert, dass das für jeden möglich und ganz einfach umzusetzen ist. Es tut mir leid das zu sagen, aber: Das ist es nicht.

Und das muss es auch gar nicht.

Dieser rosarote, vermeintliche Traum ist manchmal überhaupt nicht passend und in der Umsetzung definitiv nicht für jeden geeignet.

Es gibt weder ein Team vor Ort, mit dem du dich austauschen kannst, noch eine geregelte Tagesstruktur oder Vorgaben. Keine Vertretung, keiner der dir aushelfen kann, wenn du etwas nicht weißt. 

Es ist nicht alles super einfach und gerade am Anfang darfst du dich in viele neue Themenwelten einarbeiten (ich hatte am Anfang zum Beispiel überhaupt keine Ahnung von Online-Marketing 😅).

Vor allem darfst du jeden Tag über dich hinauswachsen: volle Verantwortung für alles - was du schreibst und sagst, was du tust und nicht tust. Und keiner der dir sagt, dass deine Entscheidungen wirklich richtig sind, egal welchen Mentoren du dir suchst. Also ganz viel Trial and Error. Und dazu musst du bereit sein.

Wenn du dich am wohlsten fühlst mit einem tollen Team um dich herum, der Sicherheit, dass du nicht Experte in jedem Bereich sein musst und du dich vollkommen auf dein Lieblingsfachgebiet konzentrieren kannst, dann kann das genauso gut deine Erfüllung sein. 

Berufliche Erfüllung ist nicht die Super-Lösung für alles 

Gerade dann, wenn sich dein Job wie eine Sackgasse anfühlt und du merkst, dass du eigentlich etwas anderes machen möchtest, erscheint die Berufung die eine Super-Lösung zu sein. Ganz nach dem Motto: “Wenn ich endlich meine Berufung finde, dann bin ich so richtig glücklich.”

Doch das kann auch ein Job, der dich erfüllt in Wahrheit nicht leisten. Ich habe schon oft Sätze gehört (und auch selbst gedacht), wie: “Wenn ich erstmal weiß, was ich will, dann wird sich schon alles fügen.” Ja, vieles wird wahrscheinlich einfacher werden und sich vor allem besser anfühlen - aber auch eben nicht alles. 🤷‍♀️

Ängste und Herausforderungen bleiben und fühlen sich weiterhin unangenehm an. Der Alltag setzt irgendwann ein und hin und wieder haben wir auch einfach keine Lust uns anzustrengen. Dinge laufen schief oder nerven uns. 

Und trotzdem kannst du deine Berufung leben.

Viel wichtiger sind deshalb für deine berufliche Erfüllung diese 3 Punkte:

#1 Ein Job, der Sinn stiftet

Das, was du tagtäglich tust, darf sich unbedingt sinnerfüllt anfühlen!

Warum solltest du auch so viel Zeit mit etwas verbringen, wenn du nicht mal weißt, was du da eigentlich gerade machst oder wofür? Du investierst deine Energie, deine Nerven, deine Hingabe und so vieles mehr in deinen Job. 

Natürlich ist das uncool, wenn du dann das Gefühl hast, dass deine Arbeit eigentlich nicht viel wert ist

Du darfst beruflich etwas machen, was dir Spaß macht, für dich sinnvoll ist UND womit du Geld verdienst. Diese Dinge schließen sich nicht aus.

Im Gegenteil: Ich bin fest davon überzeugt, dass es sogar ein Gewinn für alle ist, wenn du beruflich erfüllt bist.

Stell dir dazu diese Fragen:

  • Was ist für dich überhaupt eine sinnhafte Tätigkeit? 

  • Und wie bewertest du deinen aktuellen Job - erkennst du den Wert deiner Arbeit?

  • Was entsteht durch deine Arbeit? Was bleibt am Ende von dem, was du tust? 

Das sind spannende Fragen, denn manchmal kannst du feststellen: Das, was du aktuell beruflich machst, ist vielleicht schon genau das Richtige. Du darfst nur ein paar Stellschrauben drehen und deine Bewertung ändern.

Oder du merkst hier ganz deutlich - dein beruflicher Weg ist ein anderer.

#2 Das Stärken von Stärken 

Viel zu oft versuchen wir, uns zu optimieren und “die beste Version” von uns zu werden. Am besten ist es, wenn wir einfach in allen Bereichen perfekt sind. Die Fähigkeiten, in denen wir nicht so talentiert sind, müssen um jeden Preis verbessert werden.

Ich meine damit nicht, dass wir nicht an uns arbeiten dürfen.

Aber ich meine, dass wir bereits die beste Version von uns selbst sind. Und das unsere individuellen Stärken es wert sind, ausgebaut zu werden.

Es hat nachgewiesen einen höheren Effekt (auf die Qualität unserer Arbeit und unsere Zufriedenheit), wenn wir unsere Stärken stärken. Anstatt ständig viel Kraft dafür aufzuwenden, unsere Schwächen zu bearbeiten.

Wenn wir zu sehr darauf konzentriert sind, unsere Schwächen auszumerzen und zwanghaft überall Perfektion zu erlangen, blockieren wir uns selbst

Es gibt Dinge, die dir leicht fallen (die hat jeder von uns!) und die dürfen gestärkt werden. 

Dir fällt es leicht zuzuhören oder mit Menschen zu sprechen? Dir kannst gut mit Zahlen umgehen?

Wir denken oft, nur weil uns bestimmte Dinge leicht von der Hand gehen, ist das für jeden so. Wir merken dann manchmal gar nicht, dass das eigentlich an unseren persönlichen Fähigkeiten liegt. 

So kannst du deine Stärken stärken:

  • Werde dir darüber bewusst, was deine Stärken sind

  • Konzentriere dich auf Aufgabenfelder, die zu deinen Stärken passen

  • Baue deine Stärken durch Weiterbildungen oder Fortbildungen aus

  • Entwickle dich in einem zu deinen Stärken passenden Job weiter

  • Lerne mit deinen Ängsten und Herausforderungen umzugehen

  • Stärke dein Selbstvertrauen

Artikeltipp: 6 Ideen wie du dein Selbstvertrauen stärken kannst

#3 Individualität

Berufliche Erfüllung ist so individuell wie unser Fingerabdruck. Sie ist geprägt von unseren Charaktereigenschaften, Erfahrungen, unserem Umfeld und unserer Lebensplanung.

Deine Berufung darf zu deinem Typ passen und mit deiner persönlichen Vorstellung von einem gelungenen Leben vereinbar sein. 

Deine Berufung zu finden ist nicht der eine heilige, goldene Gral, der für jeden gleich ist.

Es ist auch oft nicht der Instagram-Traum und nicht das, was uns manchmal gesellschaftlich gezeigt wird.

Es gibt extrovertierte und introvertierte Typen, praktisch veranlagte und theoretische Typen, handwerklich Begabte und strategische Manager - und noch so vieles mehr und alles dazwischen. 

Der eine Typ liebt Herausforderungen, Risiken, Reisen, aufregende Tätigkeiten - ein anderer liebt es vielleicht unaufgeregt, stabil, sicher und stetig

Und anders als die Selbstoptimierungs-Blase es uns oft zu verkaufen versucht:

Beides ist vollkommen gleichwertig. Beides kann zu einem gelungenen Leben führen.

Wichtig sind deine ganz eigenen, persönlichen Vorstellungen - nicht die von anderen. ✨

Du darfst deine eigenen Kriterien aufstellen: 

  • Wo willst du arbeiten? 

  • Wie willst du arbeiten? 

  • Mit wem und welchen Arbeitszeiten? 

  • Möchtest du bestimmte Dinge beruflich ausleben oder reicht es dir es hobbymäßig anzugehen? 

  • Was möchtest du lernen? 

  • Wie viel Verantwortung möchtest du übernehmen? 

  • Was und in welchem Rahmen möchtest du selbst bestimmen können?

Fazit

Deine Berufung fliegt dir nicht einfach so zu. Es ist vielmehr eine selbstbestimmte Entscheidung, die du triffst. Ich habe so lange auf Zeichen oder eine Erleuchtung gewartet - bis ich feststellen musste, dass es die eine perfekte Sache eben gar nicht gibt. 

Du bestimmst, was dich beruflich erfüllt. Und deine Meinung darf sich verändern, mit all den Erfahrungen, die du machst. Löse dich von dem Druck die eine Berufung zu finden. 

Es geht darum, eine thematische Richtung, einen Interessensbereich festzulegen und dich darin auszuprobieren, deinen Weg immer wieder anzupassen und gleichzeitig von Perfektion zu lösen.

Auch, wenn in dem Wort “Erfüllung” irgendwie auch die Bedeutung “Vollständig” drin steckt: Die vollständig perfekte Berufung ist eine Illusion.

Es flowt nicht immer, es fliegt uns nicht alles zu und Herausforderungen bleiben. 

Und dennoch ist das größte Geschenk, was wir uns machen können, beruflich erfüllt zu sein.

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